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Bewegungsfreundliche Städte gestalten – Strategien nutzen, Alltag bewegen

Bewegung im Alltag lässt sich gezielt fördern – durch gut gestaltete Wege, sichere Räume und einfache Angebote. Der Beitrag zeigt, wie Kommunen mit nationalen Strategien bewegungsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen können und wie Bürgerinnen und Bürger diese im Alltag nutzen.

Mann mit Arbeitskleidung und Bauhelm auf einem Fahrrad
Bild: Jean Luc/stock.adobe.com

Bewegung muss kein Sportprogramm sein. Viele wirksame Bewegungsimpulse entstehen im Alltag: auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder in der Freizeit. Wer Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegt, stärkt Herz und Kreislauf, baut Stress ab und tut gleichzeitig etwas für Klima und Umwelt. Entscheidend ist, dass Bewegung leicht zugänglich, sicher und selbstverständlich wird.

Gerade hier spielen Städte und Gemeinden eine wichtige Rolle. Sie gestalten Lebensräume, in denen Menschen sich gerne bewegen. Nationale Strategien unterstützen Kommunen dabei, Bewegung systematisch zu fördern und dauerhaft zu verankern.
 

Nationale Strategien als Arbeitshilfe für Kommunen

Bundesweite Strategien für bewegungsfreundliche Umgebungen geben Kommunen viel Orientierung. Sie ersetzen keine lokalen Konzepte, helfen aber dabei, Maßnahmen zu bündeln, zu begründen und schneller umzusetzen. Sie zeigen, wie Gesundheitsförderung, nachhaltige Mobilität und Stadtentwicklung zusammen gedacht werden können – ohne neue Strukturen aufbauen zu müssen.

Damit Kommunen nicht lange in umfangreichen Strategiepapieren suchen müssen, zeigt die folgende Übersicht, welche nationale Strategie oder Planungshilfe für welches kommunale Handlungsfeld besonders hilfreich ist und wo der Einstieg in die praktische Umsetzung liegt.

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung

Handlungsfeld: Bewegung strategisch verankern

Praktische Umsetzung: Bewegung als Querschnittsthema verankern und bestehende Maßnahmen klare Nachhaltigkeitsziele zuordnen

Nachhaltigkeitsstrategie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUKN)

Handlungsfeld: Bewegung und Klimaschutz verbinden

Praktische Umsetzung: Fuß- und Radverkehr als Umwelt- und Klimaschutzmaßnahme begründen und ressortübergreifend planen

Fußverkehrsstrategie des Bundesministeriums für Verkehr (BMV)

Handlungsfeld: Zufußgehen verbessern

Praktische Umsetzung: Gehwege, Querungen und Barrierefreiheit gezielt prüfen und priorisieren

Nationaler Radverkehrsplan 3.0 des BMV

Handlungsfeld: Radverkehr alltagstauglich machen

Praktische Umsetzung: Durchgängige, sichere Radnetze planen und bestehende Lücken schließen

Leitfaden „Einladende Radverkehrsnetze“ des BMV

Handlungsfeld: Radwege konkret planen

Praktische Umsetzung: Radnetze aus Nutzersicht bewerten und Maßnahmen priorisieren

Stadtraummonitor des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Handlungsfeld: Quartiere bewegungsfreundlich gestalten

Praktische Umsetzung: Öffentliche Räume analysieren und gezielt weiterentwickeln
 

Was Kommunen konkret tun können – praxisnah und umsetzbar

Bestehende Planungen bewegungsfreundlich weiterentwickeln

Bewegung kann in bereits vorhandene Konzepte integriert werden, etwa in Verkehrs-, Stadtentwicklungs-, Gesundheits- oder Klimaschutzkonzepte. Die nationalen Strategien helfen dabei, diese Maßnahmen gemeinsam zu denken und sichtbar zu machen.

Alltagswege priorisieren

Ein wirksamer Einstieg ist der Fokus auf Wege, die viele Menschen täglich nutzen: Schulwege, Wege zu Haltestellen, zur Nahversorgung oder zu öffentlichen Einrichtungen. Verbesserungen an diesen Stellen erreichen viele Bevölkerungsgruppen gleichzeitig.

Kleine Maßnahmen gezielt einsetzen

Schon überschaubare Veränderungen fördern Bewegung: bessere Beleuchtung, sichere Querungen, Sitzgelegenheiten oder mehr Grün entlang von Wegen. Auch temporäre Maßnahmen können helfen, neue Lösungen zu testen und Akzeptanz zu schaffen.

Ressortübergreifend arbeiten

Bewegungsförderung betrifft mehrere Bereiche zugleich. Kommunen profitieren davon, Gesundheit, Verkehr, Stadtplanung und Umwelt frühzeitig einzubeziehen und gemeinsame Ziele zu formulieren. Die Nachhaltigkeitsstrategien bieten dafür einen geeigneten Rahmen.

Bürgerinnen und Bürger beteiligen

Hinweise aus der Bevölkerung zeigen oft schnell, wo Wege unsicher sind oder Bewegungsmöglichkeiten fehlen. Beteiligung stärkt die Akzeptanz von Maßnahmen und bringt lokales Wissen in die Planung ein.
Wie sich diese Maßnahmen im Alltag auswirken, zeigt sich besonders bei Bewegungsformen, die viele Menschen täglich nutzen – etwa beim Zufußgehen oder Radfahren.
 

Zu Fuß gehen – einfach und wirksam

Zu Fuß gehen ist die niedrigschwelligste Form der Bewegung. Sichere Gehwege, gute Beleuchtung und übersichtliche Querungen machen das Gehen attraktiv – besonders für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Kurze Wege im Alltag bieten hier großes Potenzial.

Praxis-Tipps für Bürgerinnen und Bürger

  • Kurze Wege bis etwa zwei Kilometer bewusst zu Fuß erledigen
  • eine Haltestelle früher aussteigen
  • kleine Erledigungen kombinieren
  • regelmäßige Spaziergänge – etwa nach dem Essen oder in der Mittagspause – lassen sich leicht in den Alltag integrieren

Radfahren im Alltag stärken

Ein gut ausgebautes Radnetz macht das Fahrrad zu einer echten Alternative zum Auto. Sichere Wege, verständliche Führung und gute Abstellmöglichkeiten senken Hemmschwellen und fördern die regelmäßige Nutzung – im Alltag ebenso wie in der Freizeit.

Praxis-Tipps für Bürgerinnen und Bürger

  • das Rad gezielt für Alltagswege nutzen
  • ruhige Nebenstraßen oder ausgeschilderte Routen ausprobieren
  • E-Bikes als Unterstützung für längere Strecken oder Steigungen einsetzen
     

Bewegung im Quartier sichtbar machen

Bewegung findet nicht nur im Verkehr statt. Grünflächen, Plätze und wohnortnahe Angebote fördern Bewegung ganz nebenbei. Kommunen profitieren davon, den öffentlichen Raum systematisch aus Bewegungsperspektive zu betrachten und gezielt und attraktiv weiterzuentwickeln. Davon profitieren alle Generationen.

Gemeinsam Wirkung entfalten

Nationale Strategien sind kein Zusatzaufwand, sondern ein Werkzeugkasten für die Praxis. Sie helfen Kommunen, Maßnahmen besser zu begründen und schneller umzusetzen. Bürgerinnen und Bürger profitieren von bewegungsfreundlichen Rahmenbedingungen – und tragen selbst dazu bei, Bewegung im Alltag selbstverständlich zu machen: gesund, sicher und nachhaltig.

Links

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (2025)
Übergeordneter Rahmen der Bundesregierung, der Gesundheit, Bewegung, Mobilität und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.
www.bundesregierung.de/resource/blob/975274/2335292/c4471db32df421a65f13f9db3b5432ba/2025-02-17-dns-2025-data.pdf

Nachhaltigkeitsstrategie (BMUKN)
Zeigt, wie aktive Mobilität zur Förderung von Umwelt- und Klimaschutzzielen beiträgt.
https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/nachhaltigkeitsstrategie

Fußverkehrsstrategie (BMV)
Praxisnahe Leitlinie zur Förderung des Zufußgehens in Städten und Gemeinden.
https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Publikationen/StV/fussverkehrsstrategie.pdf

Nationaler Radverkehrsplan 3.0 (BMV)
Strategischer Rahmen für die Weiterentwicklung des Radverkehrs in Alltag und Freizeit.
https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/StV/nationaler-radverkehrsplan-3-0.pdf

Leitfaden „Einladende Radverkehrsnetze“ (BMV)
Konkrete Planungshilfe für sichere und nutzerfreundliche Radverkehrsnetze.
https://www.balm.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Chefredaktion/2022/Leitfaden_Einladende_Radverkehrsnetze.pdf

Stadtraummonitor (BIÖG)
Online-Tool zur Einschätzung, wie bewegungsfreundlich Stadt- und Lebensräume gestaltet sind.
https://stadtraummonitor.bioeg.de/

gesund.bund.de – Bewegung im Alltag
Verbraucherinformationen mit alltagsnahen Tipps für mehr Bewegung.
https://gesund.bund.de/gesund-durch-bewegung#bewegung-im-alltag

 

Letzte Änderung dieser Seite am 21.08.2026