Hier beginnt der Hauptinhalt dieser Seite

Projekt im Fokus: Gesundheitliche Chancengleichheit – Ernährungsarmut im Alter auf kommunaler Ebene entgegenwirken

Das Projekt "Gesundheitliche Chancengleichheit" verfolgt das Ziel, die Ernährungssituation älterer Menschen zu verbessern. In diesem Portrait erhalten Sie fundierte Einblicke in die Entstehungsgeschichte, die Zielsetzung sowie die Herausforderungen, die bei der Umsetzung gemeistert wurden.

Skizzierung der Ziele und Fortschritte des Projekts in einer Art Mind Map
Bild: Paula Föhr

Projektname

Gesundheitliche Chancengleichheit – Ernährungsarmut im Alter auf kommunaler Ebene entgegenwirken

Art des Projekts

Gefördertes Projekt

Inhalt des Projekts

Mithilfe des Projektes "Gesundheitliche Chancengleichheit" soll die Ernährungsumgebung für armutsgefährdete und -betroffe Senioren und Seniorinnen verbessert werden.

1. Was war die Idee hinter dem Projekt – wie ist es entstanden?

Schadow: Die steigenden Lebensmittelpreise und Unterhaltskosten treffen armutsgefährdete Personen besonders schwer. Dennoch ist Ernährungsarmut im Alter in vielen Kommunen bislang wenig bekannt. Dabei spielen Kommunen eine zentrale Rolle: Sie sind nah an den Menschen, schaffen wichtige Strukturen vor Ort und können somit entscheidend dazu beitragen, die Ernährungssituation älterer Menschen zu verbessern.

2. Wen möchten Sie mit dem Projekt erreichen – und auf welche Weise?

Schadow: Mit dem Projekt sollen gezielt niedersächsische Kommunen erreicht werden, um über die kommunalen Strukturen das Thema „Ernährungsarmut im Alter“ zu verbreiten. In den beiden Modell-Kommunen des Projektes sollen kommunale Netzwerke aufgebaut werden, die sich mit den Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten zum Thema Ernährungsamt beschäftigen. Gemeinsam werden Informationsmaterialien und Lösungsansätze entwickelt und vor Ort erprobt. Mit den Kommunen und ihren Netzwerken werden Lösungsansätze zur Reduzierung der Ernährungsarmut erarbeitet, die die individuellen Rahmenbedingungen der Kommunen berücksichtigen.

3. Was möchten Sie mit dem Projekt bewirken?

Schadow: Mit dem Projekt sollen die Kommunen zum Thema Ernährungsarmut im Alter sensibilisiert werden, sich der Problematik bewusst werden und den Fokus auf die Entwicklung von Maßnahmen gegen Ernährungsarmut legen. Die Entwicklung der Maßnahmen und Lösungsansätze sollen die individuellen Rahmenbedingungen vor Ort berücksichtigen. Beim Aufbau der kommunalen Netzwerke werden die Kommunen zunächst begleitet, das Netzwerk soll zum Ende des Projektes eigenständig handlungsfähig sein, um über die Projektlaufzeit hinaus weiterzubestehen. Die Modell-Kommunen legen hier den Grundstein, um zukünftig weitere Kommunen mit den entwickelten Materialien und den Projektergebnissen zu erreichen.

4. Was ist bisher besonders gut gelungen oder hat Sie überrascht?

Schadow: Die Suche nach geeigneten Modell-Kommunen gelang zügig und alle Beteiligten sind sehr motiviert. Den beteiligten Kommunen ist die Teilnahme am Projekt wichtig, weil sie das Thema „Ernährungsarmut“ in ihrer Kommune zunächst mit Begleitung angehen können. Die Ernährungsarmut im Alter ist in den Kommunen relevant, konnte aber bislang nicht in den Fokus genommen werden. Obwohl wir eine städtische große Kommune (Stadt Braunschweig) sowie eine kleinere ländlichere Kommune (Stadt Wunstorf) dabei haben, ähneln sich die Wünsche und Herausforderungen in beiden Kommunen sehr. 

5. Was nehmen Sie bisher aus dem Projekt mit? Gibt es etwas, das Sie besonders bewegt hat?

Schadow: Alle Beteiligten arbeiten sehr engagiert und möchten konstruktiv mitarbeiten. Das Projekt hat einen Nerv bei beiden Kommunen getroffen. Im Rahmen des ersten Projekttreffen in der Kommune wurde ein World Café zu den Bedarfen und Bedürfnissen der Kommune beim Thema Ernährungsarmut durchgeführt. Zu diesem Treffen sind nicht nur viele lokale Akteure und Akteurinnen gekommen, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger, um sich über das Projekt zu informieren. Gemeinsam wurde intensiv über Wünsche und Herausforderungen diskutiert.

6. Welche Tipps haben Sie für ähnliche Projekte/Vorhaben?

Schadow: Es sollte individuell auf die Bedarfe und Bedürfnisse der Kommunen eingegangen werden und dazu zunächst eine Bestandsaufnahme erfolgen, um den aktuellen Stand zu erfassen. Bei der Wahl der Veranstaltungsformate sollte darauf geachtet werden, dass diese die Beteiligten aktiv mit einbeziehen und den Austausch untereinander fördern. Hier hat sich bei uns das World Café als sehr erfolgreich erwiesen. Wichtig ist hier auch die Kommunikation auf Augenhöhe, damit sich alle gesehen und gehört fühlen. Die Maßnahmen und Lösungsansätze sollten gemeinsam entwickelt werden, um die Motivation zu fördern, dass diese auch verstetigt werden. 

Die Fragen beantwortete Alena M. Schadow der Vernetzungsstelle Seniorenernährung Niedersachsen.

Mehr zu dem Projekt finden Sie in der IN FORM Projektdatenbank.

Was ist das World Café?

Das World Café ist eine Diskussionsmethode für große Gruppen. Teilnehmende sitzen an Tischen mit beschreibbaren Tischdecken und Stiften und tauschen sich über bestimmte Fragestellungen aus, wobei Ergebnisse direkt festgehalten werden. Nach 15–30 Minuten wechseln Gruppen oder Fragen, entweder gemischt oder mit neuen Themen. Nach mehreren Gesprächsrunden werden die Ergebnisse gesammelt und besprochen.

Letzte Änderung dieser Seite am 07.05.2026