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Gesundheitliche Chancengleichheit – Ernährungsarmut im Alter auf kommunaler Ebene entgegenwirken
Gefördertes Projekt
Mithilfe des Projektes "Gesundheitliche Chancengleichheit" soll die Ernährungsumgebung für armutsgefährdete und -betroffe Senioren und Seniorinnen verbessert werden.
Schadow: Die steigenden Lebensmittelpreise und Unterhaltskosten treffen armutsgefährdete Personen besonders schwer. Dennoch ist Ernährungsarmut im Alter in vielen Kommunen bislang wenig bekannt. Dabei spielen Kommunen eine zentrale Rolle: Sie sind nah an den Menschen, schaffen wichtige Strukturen vor Ort und können somit entscheidend dazu beitragen, die Ernährungssituation älterer Menschen zu verbessern.
Schadow: Mit dem Projekt sollen gezielt niedersächsische Kommunen erreicht werden, um über die kommunalen Strukturen das Thema „Ernährungsarmut im Alter“ zu verbreiten. In den beiden Modell-Kommunen des Projektes sollen kommunale Netzwerke aufgebaut werden, die sich mit den Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten zum Thema Ernährungsamt beschäftigen. Gemeinsam werden Informationsmaterialien und Lösungsansätze entwickelt und vor Ort erprobt. Mit den Kommunen und ihren Netzwerken werden Lösungsansätze zur Reduzierung der Ernährungsarmut erarbeitet, die die individuellen Rahmenbedingungen der Kommunen berücksichtigen.
Schadow: Mit dem Projekt sollen die Kommunen zum Thema Ernährungsarmut im Alter sensibilisiert werden, sich der Problematik bewusst werden und den Fokus auf die Entwicklung von Maßnahmen gegen Ernährungsarmut legen. Die Entwicklung der Maßnahmen und Lösungsansätze sollen die individuellen Rahmenbedingungen vor Ort berücksichtigen. Beim Aufbau der kommunalen Netzwerke werden die Kommunen zunächst begleitet, das Netzwerk soll zum Ende des Projektes eigenständig handlungsfähig sein, um über die Projektlaufzeit hinaus weiterzubestehen. Die Modell-Kommunen legen hier den Grundstein, um zukünftig weitere Kommunen mit den entwickelten Materialien und den Projektergebnissen zu erreichen.
Schadow: Die Suche nach geeigneten Modell-Kommunen gelang zügig und alle Beteiligten sind sehr motiviert. Den beteiligten Kommunen ist die Teilnahme am Projekt wichtig, weil sie das Thema „Ernährungsarmut“ in ihrer Kommune zunächst mit Begleitung angehen können. Die Ernährungsarmut im Alter ist in den Kommunen relevant, konnte aber bislang nicht in den Fokus genommen werden. Obwohl wir eine städtische große Kommune (Stadt Braunschweig) sowie eine kleinere ländlichere Kommune (Stadt Wunstorf) dabei haben, ähneln sich die Wünsche und Herausforderungen in beiden Kommunen sehr.
Schadow: Alle Beteiligten arbeiten sehr engagiert und möchten konstruktiv mitarbeiten. Das Projekt hat einen Nerv bei beiden Kommunen getroffen. Im Rahmen des ersten Projekttreffen in der Kommune wurde ein World Café zu den Bedarfen und Bedürfnissen der Kommune beim Thema Ernährungsarmut durchgeführt. Zu diesem Treffen sind nicht nur viele lokale Akteure und Akteurinnen gekommen, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger, um sich über das Projekt zu informieren. Gemeinsam wurde intensiv über Wünsche und Herausforderungen diskutiert.
Schadow: Es sollte individuell auf die Bedarfe und Bedürfnisse der Kommunen eingegangen werden und dazu zunächst eine Bestandsaufnahme erfolgen, um den aktuellen Stand zu erfassen. Bei der Wahl der Veranstaltungsformate sollte darauf geachtet werden, dass diese die Beteiligten aktiv mit einbeziehen und den Austausch untereinander fördern. Hier hat sich bei uns das World Café als sehr erfolgreich erwiesen. Wichtig ist hier auch die Kommunikation auf Augenhöhe, damit sich alle gesehen und gehört fühlen. Die Maßnahmen und Lösungsansätze sollten gemeinsam entwickelt werden, um die Motivation zu fördern, dass diese auch verstetigt werden.
Die Fragen beantwortete Alena M. Schadow der Vernetzungsstelle Seniorenernährung Niedersachsen.
Mehr zu dem Projekt finden Sie in der IN FORM Projektdatenbank.
Das World Café ist eine Diskussionsmethode für große Gruppen. Teilnehmende sitzen an Tischen mit beschreibbaren Tischdecken und Stiften und tauschen sich über bestimmte Fragestellungen aus, wobei Ergebnisse direkt festgehalten werden. Nach 15–30 Minuten wechseln Gruppen oder Fragen, entweder gemischt oder mit neuen Themen. Nach mehreren Gesprächsrunden werden die Ergebnisse gesammelt und besprochen.