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Nachhaltige Bildung entsteht durch Verstehen, Freude und eigene Handlungsmöglichkeiten.
Ernährungshelden - Gorilla Theaterprogramm
Partner- Projekt
Mit “Ernährungshelden” erleben Kinder, wie spannend das Thema Ernährung sein kann: Ein interaktives Theaterstück mit anschließendem Nachgespräch regt zum Mitdenken an und eröffnet neue Blickwinkel. Ergänzende digitale Nachbereitungsmodule ermöglichen eine nachhaltige Vertiefung im Unterricht - sei es im Sachkundeunterricht der Grundschule oder im Hauswirtschafts- und Biologieunterricht weiterführender Schulen.
Heinen: Die Idee zu „Ernährungshelden“ ist aus unserer Leidenschaft für gutes Essen und unserem beruflichen Hintergrund entstanden. Wir wollten Kindern einen Zugang zu Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit eröffnen, der nicht rein erklärend ist, sondern neugierig macht – einen Zugang, der emotional, körperlich und spielerisch funktioniert. Theater bietet dafür ideale Voraussetzungen: Es erzählt Geschichten, schafft Identifikation und lädt zum Mitmachen ein.
So haben wir 2016 gemeinsam mit Fachkräften aus der Ernährungswissenschaft das szenische Theaterstück entwickelt. Ziel war es von Anfang an, fundiertes Wissen zu Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit mit künstlerischen Mitteln so zu verbinden, dass Kinder Freude am Thema entwickeln und eigene Fragen stellen können.
Heinen: „Ernährungshelden“ richtet sich an Schüler und Schülerinnen der 3. bis 5. Klasse. Das Programm wird in Schulen aufgeführt und kann sowohl im Sachkundeunterricht der Grundschule als auch im Hauswirtschafts- oder Biologieunterricht weiterführender Schulen eingebunden werden.
Wir erreichen die Kinder über ein interaktives Theaterstück, das in Aula oder Turnhalle gespielt wird. Zwei Schauspieler oder Schauspielerinnen treten zunächst als reale Personen auf und schlüpfen dann in verschiedene Rollen. Durch Sprache, Bewegung, Musik und direkte Ansprache werden die Kinder aktiv eingebunden. Theater wirkt dabei über Sprachgrenzen hinaus und erreicht auch Kinder mit geringen Deutschkenntnissen.
Heinen: Mit „Ernährungshelden“ möchten wir Kinder darin stärken, ihr Essverhalten bewusster und selbstbestimmter zu gestalten. Im Mittelpunkt steht der Aufbau von Gestaltungskompetenzen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Die Kinder lernen grundlegende Zusammenhänge von Ernährung, Gesundheit und Umwelt kennen, reflektieren eigene Gewohnheiten und entdecken konkrete Handlungsmöglichkeiten für ihren Alltag. Dabei geht es nicht um Verbote oder Verzicht, sondern um Verständnis, Vielfalt und Freude am Ausprobieren. Das Projekt leistet damit insbesondere einen Beitrag zu den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (3) Gesundheit und Wohlergehen, (12) Nachhaltiger Konsum und Produktion sowie (13) Maßnahmen zum Klimaschutz.
Heinen: Besonders gut gelingt die aktive Beteiligung der Kinder. Viele reagieren spontan und begeistert – Aussagen wie „Das war total cool“ oder „Der Pyramidenteil war der beste“ zeigen, wie sehr die theatrale Ebene trägt. Gleichzeitig äußern Kinder reflektiert: „Ich glaube, mein Frühstück ist nicht so gesund, da ist viel Zucker drin.“
Erfreulich ist auch die Rückmeldung der Lehrkräfte: Inhalte werden im Unterricht weiter vertieft, die Ernährungspyramide wird „nachgebaut“, Fachbegriffe bleiben präsent. Mehrere Lehrkräfte berichteten, dass sie im Unterricht direkt an das Theaterstück anknüpfen wollen.
Heinen: Wir nehmen mit, dass kulturelle Bildung nachhaltige Lernprozesse anstoßen kann. Lehrkräfte berichten, dass sie die Ernährungspyramide erneut besprechen, mitgebrachte Lebensmittel einordnen oder das Thema „gesundes Frühstück“ weiter vertiefen. Einige Klassen knüpfen im neuen Schuljahr bewusst an das Theaterstück an. Diese Anschlussfähigkeit – vom Bühnenmoment in die Unterrichtspraxis – zeigt uns, dass das Projekt über die Aufführung hinauswirkt.
Heinen: Ein wichtiger Tipp ist, Kinder ernst zu nehmen und sie aktiv einzubeziehen – nicht nur als Zuhörende, sondern als Mitdenkende und Mitgestaltende. Künstlerische Formate können dabei helfen, komplexe Inhalte erfahrbar zu machen.
Zudem empfehlen wir die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche, etwa Kultur, Bildung und Ernährung. Nicht zuletzt braucht es ausreichend Zeit für Austausch und Nachbereitung, damit das Erlebte reflektiert und nachhaltig verankert werden kann.
Die Fragen beantwortete Kirsten Heinen, 1. Vorsitzende des Gorilla-Theaterprogramme e.V.