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Es macht mich betroffen, wie oft Schulverantwortliche erleben, dass Kinder einen ganzen Schultag ohne vernünftige Verpflegung – oder sogar ohne jedes Essen – auskommen müssen.
Gesundheitsförderndes und nachhaltiges Frühstück in weiterführenden Schulen zur Versorgung von Schülerninnen und Schülern aus armutsgefährdeten Familien
Gefördertes Projekt
Ziel ist es, an diesen Schulen ein kostenfreies oder kostengünstiges Frühstück, das bis zur ersten großen Pause eingenommen werden kann, niedrigschwellig und alltagsnah im Schulalltag zu verankern. Dies kann zu besseren Lernvoraussetzungen führen und stellt einen Beitrag für mehr Chancengleichheit dar.
Jonas: In den letzten Jahren berichteten Schulleitungen und Lehrkräfte, dass immer mehr Schülerinnen und Schülern ohne zuhause zu frühstücken und ohne mitgebrachte Verpflegung in die Schule kommen. Dabei zeigt sich, dass dies häufig vom sozialen Status der Kinder abhängig ist und vor allem Kinder aus Familien mit niedrigem Status betroffen sind. Laut der MEGA_kids-Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat sind in Deutschland 22,4 Prozent der befragten armutsgefährdeten Haushalte mit Kindern von Ernährungsunsicherheit betroffen. Das kann sich auch auf das Frühstücksverhalten der Kinder auswirken. Im Deutschen Schulbarometer der Robert Koch Stiftung gibt nahezu ein Drittel (30 %) der befragten Lehrkräfte an, dass Schülerinnen und Schülern vermehrt aus finanziellen Gründen ohne Frühstück in die Schule kommen, bei Schülerinnen und Schülern in sozial schwierigen Lebenslagen sind es sogar 54 %. Dieser Problematik widmet sich die DGE e.V. Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen dem Projekt „Gut gefrühstückt in den Schultag“.
Jonas: Das Projekt richtet sich bewusst an allgemeinbildende weiterführende Schulen, da es für diese Schulformen viel weniger Unterstützungsangebote durch gemeinnützige Organisationen gibt als für Grundschulen. Dazu hat die Vernetzungsstelle Schulen mit besonders viele Schülerinnen und Schüler aus armutsgefährdeten Familien dazu aufgerufen sich zu bewerben. Für die Bewerbung haben die Schulen einen Fragebogen ausgefüllt, in dem unter anderem der Anteil an Schülerinnen und Schüler mit BuT-Berechtigung abgefragt wurde. Von den sechs teilnehmenden Schulen aus Niedersachsen, die aus dem Bewerberpool gewählt wurden, gehören fünf zum Starchancen-Programm.
Jonas: An den Projektschulen werden Konzepte für ein kostenfreies oder kostengünstiges Frühstück entwickelt und erprobt, das bis zur ersten großen Pause eingenommen werden kann und niedrigschwellig und alltagsnah im Schulalltag verankert wird. Ziel ist es, dass Kinder, die bisher vor dem Unterricht nicht gefrühstückt haben, eine Möglichkeit bekommen, dieses nachzuholen. So entstehen bessere Lernvoraussetzungen und ein wichtiger Beitrag für mehr Chancengleichheit. Nach Abschluss der Erprobungsphase zum Projektende werden aus den Erkenntnissen Referenzkonzepte mit praktischen Hinweisen zu Kosten, Finanzierung, Organisation und Sponsorensuche in einer interaktiven Online-Grafik veröffentlicht. Die Materialien richten sich an Schulen und interessierte Akteurinnen sowie Akteure, die selbst aktiv werden wollen.
Jonas: Bei der Recherche bestehender Frühstücksbeispiele zeigte sich, wie vielfältig die einzelnen Angebote umgesetzt werden. Je nachdem, ob das Frühstück in Fremdbewirtschaftung oder Eigenbewirtschaftung organisiert ist, ob belegte Brote oder ein Buffet ausgegeben werden, ergeben sich die zahlreichen Modelle und Kombinationsmöglichkeiten. Diese reichen von der Kooperation mit einer gemeinnützigen Organisation, die fertige Frühstückspakete liefert über das Engagement von Lehrkräften oder der Schulsozialarbeit bis hin zu Wahlpflichtkursen und Schülerfirmen, die das Frühstück zu einem sozialen Begegnungsort machen.
Jonas: Für das Projekt haben sich insgesamt 48 Schulen beworben. Die vielen eingereichten Bewerbungen zeigen, wie sehr den Schulen das Thema am Herzen liegt. In einem Motivationsschreiben konnten die Schulen die Frühstückssituation der Kinder und Jugendlichen darstellen.
Jonas: Schulen, die ein Angebot auf den Weg bringen möchten, sollten zunächst ein Konzept mit einer Kostenkalkulation erarbeiten und parallel Sponsoren aus dem Umfeld der Schule ansprechen. Praktikumsbetriebe, Lebensmittelgeschäfte in der Umgebung oder lokale gemeinnützige Vereine sind potentielle Förderer. Auch ein Pressefrühstück, zu dem mögliche Sponsoren eingeladen werden, oder ein von Schülerinnen und Schülern produziertes Video, das den Nutzen des Angebotes aus ihrer Perspektive erzählt, kann zur Beteiligung motivieren. Es kann auch hilfreich sein Fürsprecher zu gewinnen, die Gespräche zu neuen Sponsoren vermitteln.
Die Fragen beantwortete Antje Jonas, Mitarbeiterin der DGE e.V. Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen.
Mehr zu dem Projekt finden Sie in der IN FORM Projektdatenbank.