Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Hier beginnt der Hauptinhalt dieser Seite
Mit zunehmendem Alter verändern sich Muskelkraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Ausdauer. Diese Veränderungen gehören zum natürlichen Alterungsprozess, lassen sich durch regelmäßige Bewegung jedoch positiv beeinflussen. Körperliche Aktivität stärkt Muskeln und Knochen, unterstützt das Herz-Kreislauf-System, fördert die Beweglichkeit und trägt dazu bei, das Sturzrisiko zu reduzieren.
Darüber hinaus wirkt Bewegung positiv auf das psychische Wohlbefinden. Sie kann depressive Symptome lindern, das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit stärken und soziale Teilhabe fördern – etwa durch gemeinsame Aktivitäten oder Gruppenangebote. Nicht zuletzt hilft Bewegung, Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten und alltägliche Aufgaben sicher zu bewältigen.
Internationale Empfehlungen der World Health Organization (WHO) sowie die Nationalen Empfehlungen für Bewegung raten älteren Erwachsenen zu mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche mit moderater Intensität. Ergänzend werden muskelkräftigende und Gleichgewichtsübungen an mindestens zwei Tagen pro Woche empfohlen.
Die Studienlage zeigt ein differenziertes Bild. Viele ältere Menschen sind im Alltag regelmäßig in Bewegung, erreichen jedoch insgesamt häufig nicht die empfohlenen Bewegungsumfänge.
Auswertungen des Robert Koch-Instituts belegen, dass etwa jede bzw. jeder zweite Erwachsene ab 65 Jahren die Bewegungsempfehlungen erfüllt. Mit zunehmendem Alter sinkt das Bewegungsniveau deutlich. Besonders ab einem Alter von etwa 75 bis 80 Jahren nimmt sowohl die Ausdaueraktivität als auch die regelmäßige muskelkräftigende Bewegung spürbar ab.
Geschlechtsspezifische Unterschiede bleiben auch im höheren Alter bestehen. Männer sind insgesamt häufiger sportlich aktiv, während Frauen häufiger Alltagsbewegung leisten, etwa durch Hausarbeit oder Wege zu Fuß.
Auch lange Sitzzeiten sind bei älteren Menschen weit verbreitet. Studien zeigen, dass ein großer Teil der über 65-Jährigen täglich mehrere Stunden im Sitzen verbringt – etwa beim Fernsehen, Lesen oder bei der Nutzung digitaler Medien. Auch im internationalen Vergleich besteht Handlungsbedarf: Das WHO-Länderprofil 2024 weist für Deutschland eine vergleichsweise hohe Quote körperlicher Inaktivität bei älteren Erwachsenen aus.
Für viele ältere Menschen ist der Alltag der wichtigste Bewegungsraum. Bewegung findet häufig in kleinen Einheiten statt – etwa bei Erledigungen, im Haushalt, bei Spaziergängen oder im Garten. Diese Form der Alltagsbewegung ist besonders wertvoll, da sie regelmäßig anfällt, wenig Vorbereitung erfordert und gut an individuelle Fähigkeiten angepasst werden kann.
Das Wohn- und Lebensumfeld spielt dabei eine zentrale Rolle. Sichere Gehwege, kurze Distanzen, barrierearme Zugänge und Sitzgelegenheiten unterstützen ältere Menschen dabei, mobil zu bleiben. Studien zeigen übereinstimmend, dass bewegungsfreundliche Wohnumgebungen Alltagsaktivität begünstigen und dazu beitragen können, Bewegung auch bei gesundheitlichen Einschränkungen aufrecht zu erhalten.
Sportliche Ausdaueraktivität nimmt mit dem Alter deutlich ab. Gleichzeitig bleibt Bewegung auch im höheren Lebensalter möglich und sinnvoll – insbesondere, wenn sie an individuelle Voraussetzungen angepasst ist. Neben Ausdaueraktivitäten gewinnt die Muskelkräftigung an Bedeutung, etwa zur Stabilisierung, zur Erhaltung der Alltagsfunktionen und zur Sturzprävention.
Organisierte Bewegungsangebote wie Seniorengymnastik, Rehasport oder Bewegungsgruppen bieten hierfür wichtige Impulse. Sie verbinden Bewegung mit sozialen Kontakten und festen Strukturen. Frauen nehmen solche angeleiteten Angebote häufiger wahr als Männer. Besonders gut angenommen werden wohnortnahe, niedrigschwellige Angebote ohne Leistungsdruck, die Sicherheit vermitteln und Freude an Bewegung fördern.
Das Bewegungsverhalten älterer Menschen wird von gesundheitlichen, sozialen und räumlichen Faktoren beeinflusst. Häufig genannte Barrieren sind gesundheitliche Einschränkungen, Schmerzen, Angst vor Stürzen, fehlende Begleitung, ungünstige Witterung oder ein Mangel an passenden Angeboten.
Gleichzeitig zeigen Studien, dass soziale Unterstützung, ein bewegungsfreundliches Umfeld und positive Bewegungserfahrungen zentrale Voraussetzungen für regelmäßige Aktivität sind. Besonders wirksam sind niedrigschwellige Ansätze, die Bewegung in den Alltag integrieren – etwa gemeinsames Spazieren gehen, kurze Übungseinheiten zu Hause oder regelmäßige feste Termine in der Woche.
Bewegung im Alter ist ein zentraler Baustein für gesundes Altern und ein selbstbestimmtes Leben. Studien zeigen, dass viele ältere Menschen in Deutschland aktiv sind, gleichzeitig aber ein erheblicher Teil die Bewegungsempfehlungen nicht erreicht. Besonders im hohen Alter nehmen Umfang und Regelmäßigkeit körperlicher Aktivität deutlich ab.
Eine wirksame Bewegungsförderung setzt daher an den Lebenswelten älterer Menschen an. Sie stärkt Alltagsbewegung, schafft sichere und zugängliche Rahmenbedingungen und bietet niedrigschwellige, motivierende Angebote. Kommunen, Vereine, Fachkräfte und zivilgesellschaftliche Akteure tragen gemeinsam dazu bei, Bewegung im Alter selbstverständlich und langfristig zu verankern.
Gesundheitliche Lage älterer Menschen (RKI)
Das RKI stellt aktuelle Daten zur gesundheitlichen Situation, zum Bewegungsverhalten und zu zentralen Einflussfaktoren bei älteren Erwachsenen bereit.
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2023_03_Gesundheitliche_Lage_Aeltere.pdf
Studie „Gesundheit 65+“ (RKI)
Die bundesweite Studie liefert detaillierte Einblicke in Lebensbedingungen, Gesundheit und körperliche Aktivität von Menschen ab 65 Jahren in Deutschland.
https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Studien-und-Surveillance/Studien/Gesundheit65plus/abschlussbroschuere.pdf
Körperliche Aktivität in Deutschland: Diskrepanz zwischen hoher gesellschaftlicher Erwartung und tatsächlichem Aktivitätsverhalten im Alter (RKI)
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Koerperliche_Aktivitaet_Alter.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Bewegung und Bewegungsförderung in Deutschland – Ein Überblick (RKI)
Bestandsaufnahme zu Bewegungsmangel, basierend auf Daten von 1993 bis 2024.
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Koerperliche_Aktivitaet_Alter.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Gesundheitsverhalten Erwachsener in Deutschland – Ergebnisse der Studie GEDA 2019/2020-EHIS
Die Studie liefert repräsentative Daten zum Gesundheitszustand und -verhalten der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland.
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/JHealthMonit_2022_03_Gesundheitsverhalten_GEDA_2019_2020.pdf?__blob=publicationFile&v=2
WHO – Physical Activity Country Profile Germany (2024)
Das Länderprofil der WHO bietet einen Überblick über das Bewegungsverhalten der Bevölkerung, politische Rahmenbedingungen und Monitoringstrukturen zur Bewegungsförderung in Deutschland.
https://www.who.int/europe/publications/m/item/physical-activity-2024-DEU-country-profile
Gesundheit in Deutschland aktuell (RKI)
Dashboards zu Körperliche Aktivität (Ausdaueraktivität, Fahrradfahren von Ort zu Ort, Zu Fuß gehen von Ort zu Ort), arbeitsbezogene Aktivität, freizeitbezogene Aktivität
https://public.tableau.com/app/profile/robert.koch.institut/viz/shared/CDDX923K8
https://public.tableau.com/app/profile/robert.koch.institut/viz/shared/75F77G79R
https://public.tableau.com/app/profile/robert.koch.institut/viz/shared/CY5239Z3G
https://public.tableau.com/app/profile/robert.koch.institut/viz/shared/96D6GFDC6
https://public.tableau.com/app/profile/robert.koch.institut/viz/shared/PPCXST649