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Ernährungs- und Kommunikationspräferenzen Jugendlicher und junger Erwachsener

Zielgruppenanalyse des SINUS-Instituts im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)

Junge Frau in einer Küche, hält Spaghetti und ein Tablet in den Händen
Bild: Dorde/stock.adobe.com

Wie wichtig ist Jugendlichen und junge Erwachsenen gesunde und ausgewogene Ernährung? Worauf kommt es ihnen besonders an und wie ist ihr Wissenstand? Und vor allem: Über welche Kanäle informieren sie sich über Ernährungsthemen?

Um Fragen wie diese beantworten zu können und bei der Planung künftiger Aktivitäten zur Verbesserung der Ernährungskompetenzen junger Menschen zu berücksichtigen, beauftragte die Bundesanstalt für Landwirtschaft aus Mitteln des BMLEH das SINUS-Institut mit einem Forschungsprojekt zur Analyse der „Ernährungs- und Kommunikationspräferenzen Jugendlicher und junger Erwachsener“. 

Befragt wurden 1.004 Personen im Alter von 14 bis unter 28 Jahren, die sich in der Umbruchphase vom Elternhaus zur Selbstständigkeit befanden oder bereits selbst Eltern waren. Im Rahmen der Analyse sollten u.a. spezifische Kompetenzdefizite im Ernährungswissen, Bedürfnisse, Handlungsmöglichkeiten und Interessen der Zielgruppen sowie die maßgeblich genutzten Kommunikationswege und -formate (wie z.B. Beratungsangebote, Printmedien, digitale Medien, etc.) zu gesunder und ausgewogener Ernährung berücksichtig werden.

Die Befragung fand im November 2025 statt und erfolgte per Online-Interviews (Computer-Assisted Web Interview - CAWI). Zur Auswertung erfolgten deskriptive demografische Analysen und eine Betrachtung nach den SINUS-Jugendmilieus.
 

Hier die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

  • Hohes Interesse: Insgesamt weisen die Befragten ein hohes Interesse an Essen und Trinken auf. Acht von 10 Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist gesundes und ausgewogenes Essen sowie Trinken wichtig. Drei Viertel zeigen sich an Informationen interessiert und fühlen sich schon (relativ) gut informiert.
  • Eltern entscheiden mit: Fast drei Viertel entscheiden im Haushalt selbst, was sie essen. Bei einer knappen Hälfte aller Befragten haben (auch) die eigenen Eltern Entscheidungsmacht.
  • Gegessen wird zu Hause: Ob noch im Elternhaus oder schon in den eigenen vier Wänden – der wichtigste Ort, an dem die Befragten essen, ist das eigene zu Hause.
  • Es muss schmecken: Das wichtigste Entscheidungskriterium bei Ernährung ist Geschmack, gefolgt von Kosten und Verfügbarkeit. Nachhaltigkeit spielt nur beim Milieu „Neo-Ökologische“ eine größere Rolle, hat aber bei allen andere eine nachrangige Bedeutung.
  • Positiv besetzt: Gesundes und ausgewogenes Essen wird mehrheitlich mit positiv besetzten Begriffen assoziiert, jedoch auch mit höheren Kosten.
  • Online-Medien vorn: Digitale Medien sind eine häufige Informationsquelle zum Thema Ernährung. Beiträge aus dem Internet oder auf Social Media genießen allerdings weniger Vertrauen als solche von Fachanbietern und persönlichen Kontakten. Wenn sich die Befragten zu Essen und Trinken informieren, so tut dies eine Mehrheit über Rezepte.
     

Fazit und Empfehlungen: Ernährungswissen da platzieren, wo es die junge Zielgruppe erreicht – vorzugsweise über das Internet

Laut den Verantwortlichen der SINUS-Studie besteht zwischen der zugeschriebenen Wichtigkeit gesunder und ausgewogener Ernährung und der Umsetzung eine Diskrepanz. Insbesondere Bildungsbenachteiligte – jedoch nicht nur sie - benötigen Unterstützung. 

Bezüglich der Kommunikation wird empfohlen, kurze, knappe Videos einzusetzen, um die Ernährungskompetenzen junger Menschen zu verbessern. Sie tragen den Seh- und Informationsgewohnheiten der meisten Jugendlichen am besten Rechnung und sollten auf präferierten Kanälen (z.B. TikTok, Instagram , YouTube) ausgespielt werden.
 

Link

Die Studie „Ernährungs- und Kommunikationspräferenzen Jugendlicher und junger Erwachsener“ zum Download (PDF-Datei, 1,65 MB, nicht barrierefrei). 

Mehr zu den SINUS Jugendmilieus 

Letzte Änderung dieser Seite am 25.03.2026