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Verpflegung in Kita und Schule: Warum Frühstück und Zwischenmahlzeiten wichtig sind

In Kita und Schule sind Frühstück, Zweitfrühstück und Zwischenmahlzeiten wichtige Bausteine für eine ausgewogene Ernährung von Kindern und Jugendlichen. Eine gut geplante Verpflegung unterstützt nicht nur die Leistungsfähigkeit und Konzentration im Tagesverlauf, sondern legt auch den Grundstein für lebenslange Essgewohnheiten.

Kinder greifen in eine Brotbox, die mit belegtem Brot und Apfel gefüllt ist.
Bild: Gethuk Studio / KI-generiert / stock adobe.com

Frühstück ist für Kinder und Jugendliche die erste Mahlzeit des Tages und legt die Grundlage für Energie und Konzentration am Vormittag. Auch eine ausgewogene Zwischenmahlzeit oder ein „Zweitfrühstück“ – ob aus der mitgebrachten Brotdose oder durch das Verpflegungsangebot in der Kita oder Schule - hilft, Energiereserven aufzufüllen und Leistungseinbrüche zu vermeiden. 

Laut Verbraucherzentrale sind bei Kindern und Jugendlichen im Tagesverlauf etwa fünf Mahlzeiten - verteilt auf drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten - empfehlenswert, um die Leistungsfähigkeit gleichmäßig zu unterstützen.

Gerade im Wachstumsalter ist der Energie- und Nährstoffbedarf erhöht, während die Magenkapazität noch begrenzt ist. Regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten tragen daher dazu bei, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, Konzentrationsschwächen vorzubeugen und eine gleichmäßige körperliche sowie geistige Entwicklung zu fördern.

Die Zwischenverpflegung in Kitas und Schulen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihres Tages in diesen Einrichtungen verbringen. Sie ist nicht nur eine Ergänzung zur häuslichen Ernährung, sondern ein fester Bestandteil des Bildungs- und Erziehungsauftrags. Einrichtungen tragen Verantwortung dafür, ein gesundheitsförderliches Umfeld zu schaffen, in dem ausgewogene, nährstoffreiche und möglichst frische Lebensmittel angeboten oder empfohlen werden. Dabei sollten anerkannte Ernährungsempfehlungen berücksichtigt und auf eine ausgewogene Auswahl – beispielsweise mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und ungesüßten Getränken – geachtet werden.

Wissenschaftliche Empfehlungen und Standards

Wissenschaftlich fundierte Empfehlungen z.B. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bieten praktische Orientierung für Fachkräfte, Eltern und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger.

DGE-Qualitätsstandards

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat für Kitas und Schulen bundesweit gültige Qualitätsstandards entwickelt, die sich ausdrücklich auch auf Frühstück, Zweitfrühstück und Zwischenverpflegung beziehen. Diese Standards dienen als wissenschaftlich fundierte Orientierung für eine gesundheitsfördernde, nachhaltige und alltagspraktische Verpflegung – z. B. durch geeignete Lebensmittelgruppen, portionsgerechte Angebote und die Reduktion ungesunder Produkte. 

Ein Zusatzmodul zur DGE-Zertifizierung bezieht sich speziell auf das Frühstück und die Zwischenverpflegung in Kitas. Das Zusatzmodul legt fest, welche Lebensmittel regelmäßig angeboten werden sollen und welche nur eingeschränkt geeignet sind. Empfohlen werden vor allem Vollkorngetreideprodukte, vielfältiges und möglichst saisonales Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukte sowie Wasser und ungesüßte Getränke. Stark zuckerhaltige Speisen und Getränke, süße Snacks sowie stark verarbeitete oder fettreiche Produkte sollen hingegen vermieden werden. Darüber hinaus enthält das Modul konkrete Orientierungswerte zu Portionsgrößen und Häufigkeiten, die sich am Alter der Kinder orientieren – etwa ein tägliches Angebot von Obst oder Gemüse, regelmäßige Vollkornanteile und eine klare Begrenzung süßer Komponenten. Ergänzend werden Qualitätskriterien wie Frische, Nährstoffzusammensetzung, kindgerechte Zubereitung sowie Hygiene und Lebensmittelsicherheit berücksichtigt. Auch pädagogische und organisatorische Aspekte spielen eine Rolle, darunter ausreichend Zeit für Mahlzeiten, eine wertschätzende Atmosphäre, die Beteiligung der Kinder sowie die Vorbildfunktion des pädagogischen Personals.

Tipps für Zweitfrühstück und Zwischenmahlzeiten

  • Ausgewogen zusammensetzen: Geeignete Beispiele sind zum Beispiel Vollkornbrot mit Frischkäse und Gurkenscheiben, Paprika- oder Möhrensticks mit einem Joghurt-Dip, Naturjoghurt mit frischem Obst, eine kleine Portion Haferflocken mit Apfelstücken oder eine Handvoll Nüsse (altersgerecht und unter Beachtung möglicher Allergien). Auch ein Vollkornwrap mit Hummus und Gemüse oder ein belegtes Vollkornbrötchen sind gute Optionen. Als Getränke eignen sich Wasser oder ungesüßter Kräuter- bzw. Früchtetee. Süßigkeiten, süße Backwaren und zuckerhaltige Getränke wie Limonaden oder gesüßte Säfte sind hingegen keine geeigneten Snacks für den Kita- oder Schulalltag. 
  • Regelmäßig anbieten: Zwischenmahlzeiten am Vormittag bzw. Nachmittag können helfen, Energiespitzen abzufangen und den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. 
  • Verpflegung als pädagogisches Element: Mahlzeiten und Snacks können Gelegenheiten sein, Ernährungswissen praktisch zu vermitteln und soziale Kompetenzen zu fördern, z.B. durch gemeinsames Zubereiten und Essen.

Snacks als Zwischenmahlzeiten in der Schulverpflegung

Mit zunehmendem Alter spielt bei Jugendlichen in weiterführenden Schulen Snacking eine immer größere Rolle. Schulen sollten deshalb gesunde, attraktive und auf die Bedürfnisse der Jugendlichen zugeschnittene Snacks, die auch Trends wie die vegetarische und vegane Ernährung aufgreifen, anbieten. Für die Auswahl der Lebensmittel sind Aspekte wie gutes Aussehen, Schnelligkeit, leicht nebenbei zu essen und „Coolness“ zu beachten. Zum Verzehr der Snacks sollten Bistros, Cafeterien, abgegrenzte Mensabereiche oder sonstige eigene Räume (Chill-Bereiche), die in der Möblierung und Gestaltung auf den Geschmack der Jugendlichen ausgerichtet sind.

Fazit

Frühstück, Zweitfrühstück und Zwischenmahlzeiten sind mehr als nur „kleine Pausenessen“. Sie tragen entscheidend dazu bei, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung, Leistungsfähigkeit und langfristigen Gesundheit zu unterstützen. Dabei liefern die DGE-Qualitätsstandards, Verbraucherzentralen, Vernetzungsstellen für Kita- und Schulverpflegung und das Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung sowohl wissenschaftlich fundierte Orientierung als auch praktische Hilfsmittel für die tägliche Umsetzung. 

Eine bewusste und praxisnahe Gestaltung dieser Mahlzeiten fördert nicht nur die Ernährungsqualität, sondern auch Lebensfreude, Lernbereitschaft und Gemeinschaft im Kita- und Schulalltag - und stärkt damit eine gesundheitsfördernde Umgebung für alle Kinder und Jugendlichen. 

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Letzte Änderung dieser Seite am 24.02.2026